{"id":277,"date":"2020-07-28T12:59:43","date_gmt":"2020-07-28T10:59:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.khd.at\/?page_id=277"},"modified":"2020-07-28T12:59:43","modified_gmt":"2020-07-28T10:59:43","slug":"ausfuhrliche-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/ausfuhrliche-geschichte\/","title":{"rendered":"Ausf\u00fchrliche Geschichte"},"content":{"rendered":"<h2>Grenzland K\u00e4rnten &#8211; Ein kurzer geschichtlicher \u00dcberblick<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das \u00f6sterreichische Bundesland K\u00e4rnten liegt im Herzen Europas an der Schnittstelle der drei gro\u00dfen europ\u00e4ischen V\u00f6lkerfamilien, der Germanen, der Slawen und der Romanen. Diese europaweit einmalige Situation hat das Land auch ganz besonders gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend das romanische Element in K\u00e4rnten nur wenig Spuren hinterlassen hat, f\u00fchrte das mehr als 1000 Jahre w\u00e4hrende friedliche Miteinander von Deutschen und Slawen in K\u00e4rnten zu einer engen Wirtschafts- und Lebensgemeinschaft. In all den Jahrhunderten gab es keinerlei nationale Konflikte.<\/p>\n<p>Erst ab Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde aus dem Territorium der heutigen Republik Slowenien ein dort aufkeimender slowenischer Nationalismus auch nach K\u00e4rnten getragen, ohne dass dieser hier richtig Fu\u00df fassen konnte.<\/p>\n<p>Mit dem Untergang der \u00d6sterreichisch-ungarischen Monarchie im Jahre 1918 versuchte der neu entstandene Staat der Serben, Kroaten und Slowenen, das nachmalige Jugoslawien, mit Waffengewalt gro\u00dfe Teile K\u00e4rntens seinem Staatsgebiet anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Doch die K\u00e4rntner wehrten sich! Gegen den Willen Wiens setzten ab Dezember 1918 bunt zusammengew\u00fcrfelte, nur unzureichend bewaffnete K\u00e4rntner Freiwilligenverb\u00e4nde, K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpfer genannt, den in K\u00e4rnten eingedrungenen regul\u00e4ren jugoslawischen Truppen milit\u00e4rischen Widerstand entgegen.<\/p>\n<p>Nach anf\u00e4nglich gro\u00dfartigen Erfolgen der durch Freiwillige aus anderen \u00f6sterreichischen Bundesl\u00e4ndern verst\u00e4rkten K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpfer, konnte aber der zehnfachen \u00dcbermacht der S\u00fcdslawen auf Dauer nicht Stand gehalten werden, sodass die Errichtung einer jugoslawischen Milit\u00e4r- und Zivilverwaltung in gro\u00dfen Teilen K\u00e4rntens nicht mehr zu verhindern war.<\/p>\n<p>Der K\u00e4rntner Abwehrkampf, in dessen Verlauf auf K\u00e4rntner Seite 268 Gefallene und etwa 800 Verwundete zu beklagen waren, endete zwar mit einer milit\u00e4rischen Niederlage, machte aber die Welt auf das kleine K\u00e4rnten aufmerksam.<\/p>\n<p>Die damaligen Gro\u00dfm\u00e4chte ordneten f\u00fcr den 10. Oktober 1920 im strittigen Gebiet eine Volksabstimmung an, bei der trotz jugoslawischer Zivil- und Milit\u00e4rverwaltung und massiver Druckaus\u00fcbung auf die \u00f6sterreichisch gesinnte Bev\u00f6lkerung, knapp 60 % f\u00fcr den Verbleib bei \u00d6sterreich stimmten! F\u00fcr Jugoslawien stimmten im wesentlichen jene, die bereits bei den Reichsratswahlen im Jahre 1911 die slowenische Partei gew\u00e4hlt hatten. Der slowenischen Minderheit in K\u00e4rnten wurden von der jungen Republik \u00d6sterreich Minderheitenrechte zuerkannt.<\/p>\n<p>1938 kam es auch in K\u00e4rnten zur nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme. Mit Beginn des Kriegszustandes zwischen Nazideutschland und Jugoslawien im Jahre 1941 verschlechterte sich die Situation der slowenischen Minderheit in unserem Land. Die slowenischen Organisationen wurden verboten, deren Verm\u00f6gen beschlagnahmt. Die bis dahin bestandenen zweisprachigen Schulen wurden geschlossen. Insgesamt 272 slowenische Familien wurden gegen den mutigen Protest zahlreicher K\u00e4rntner Pers\u00f6nlichkeiten \u00fcberfallsartig, entsch\u00e4digungslos und ohne jede R\u00fccksichtnahme aus K\u00e4rnten ausgesiedelt. Etliche Familien, deren Mitglieder Zwangsarbeit zu verrichten hatten, wurden auseinandergerissen. Einige Personen verstarben in den Lagern, einige fielen als Soldaten in der Wehrmacht, zu der sie aus den Lagern eingezogen worden waren. Einige Dutzend Personen wurden in Konzentrationslager \u00fcberstellt. Nach Kriegsende konnten diese Familien wieder in ihre Heimat zur\u00fcckkehren und wurden vom \u00f6sterreichischen Staat materiell entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Das brutale Vorgehen des NS-Regimes gegen die slowenische Volksgruppe in K\u00e4rnten beg\u00fcnstigte ab dem Sommer 1942 den Widerstand der Partisanen, unter denen sich allerdings nur zum kleineren Teil K\u00e4rntner Slowenen befanden. Auch wenn der milit\u00e4rische Wert des Partisanenkampfes gegen das NS-Regime eher beschr\u00e4nkt war &#8211; selbst am H\u00f6hepunkt der K\u00e4mpfe waren nur einige Hundert Partisanen aktiv im Einsatz \u2013 so konnten damit doch eine Reihe von deutschen bewaffneten Formationen gebunden und gegen Kriegsende zur Schw\u00e4chung der Siegeszuversicht unter den lokalen Nationalsozialisten beigetragen werden. Leidtragende dieses Kampfes war die Zivilbev\u00f6lkerung zwischen den Fronten. Diese war einerseits dem \u201eunglaublichen Terror\u201c von Partisaneneinheiten (Bericht Sicherheitsdirektion f\u00fcr K\u00e4rnten, 1952) und andererseits brutalen Repressalien der NS-Justiz ausgesetzt.<\/p>\n<p>Sieben Jahre hatte die nationalsozialistische Herrschaft in K\u00e4rnten gedauert. Nachdem bereits einen Tag vor der am 8. Mai 1945 erfolgten endg\u00fcltigen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht in K\u00e4rnten eine provisorische demokratische Regierung gebildet worden war, drohte mit dem gleichzeitig erfolgten Einmarsch der regul\u00e4ren titokommunistischen Partisanenarmee und der Proklamation der jugoslawischen Milit\u00e4rgewalt unserem Land der Anschluss an Jugoslawien und damit die Fortsetzung der Diktatur, n\u00e4mlich der kommunistischen.<\/p>\n<p>Die neue demokratische K\u00e4rntner Landesregierung erkannte die Gefahr und ersuchte britische Milit\u00e4rs, ihre 8. Armee raschestm\u00f6glich\u00a0 in K\u00e4rnten einr\u00fccken zu lassen, in der Hoffnung, damit K\u00e4rnten ungeteilt beim wieder erstandenen \u00d6sterreich erhalten zu k\u00f6nnen. Dank der bereits Tags darauf, am 8. Mai 1945, erfolgten Besetzung K\u00e4rntens durch die Briten, konnte die bereits angek\u00fcndigte Annexion K\u00e4rntens durch Jugoslawien verhindert werden. \u00dcber Druck der britischen Besatzungsmacht mussten die Tito-Truppen S\u00fcdk\u00e4rnten nach vierzehnt\u00e4giger Schreckensherrschaft r\u00e4umen.<\/p>\n<p>Jedoch: In den wenigen Tagen zwischen dem 9. und dem 20. Mai 1945 haben Tito-Partisanen nach amtlichen Darstellungen mindestens 263 K\u00e4rntner Zivilpersonen, von denen niemand Kriegsverbrechen in Jugoslawien begangen hatte, verhaftet und nach Jugoslawien verschleppt. 91 Verschleppte kehrten nicht wieder nach K\u00e4rnten zur\u00fcck. Sie wurden ermordet und in Massengr\u00e4ber verscharrt.<\/p>\n<p>H\u00e4tten nicht die Briten die jugoslawische Partisanenarmee aufgefordert, K\u00e4rnten zu r\u00e4umen &#8211; was am 22. Mai 1945 geschehen ist &#8211; so w\u00e4ren die titokommunistischen Verbrechen an der K\u00e4rntner Zivilbev\u00f6lkerung vermutlich in noch gr\u00f6\u00dferem Umfang fortgesetzt worden. Hatte doch Bris Kidric, seit Mai 1945 Vorsitzender der slowenischen Volksregierung, gefordert, dass &#8220;aus den n\u00f6rdlichen Gebieten die Reste des Deutschtums verschwinden&#8221; m\u00fcssten, was wohl auch das als &#8220;Slowenisch-K\u00e4rnten&#8221; beanspruchte S\u00fcdk\u00e4rnten eingeschlossen h\u00e4tte. Auch die Tatsache, dass allein in den ersten zwei Monaten nach Kriegsende nach Angaben des slowenischen Leiters der Kommission f\u00fcr Exhumierungen, Joze Dezman, mindestens 100.000 Menschen &#8211; slowenische Domobranzen, kroatische Ustaschi, serbische Tschetniks, Wehrmachtsangeh\u00f6rige, deutsche Alt\u00f6sterreicher und auch einfache slowenische B\u00fcrger weil sie keine Kommunisten waren &#8211; auf dem Territorium der heutigen Republik Slowenien ermordet und in Massengr\u00e4bern verscharrt wurden, l\u00e4sst eine dramatische Erweiterung der titokommunistischen \u00dcbergriffe gegen die K\u00e4rntner Zivilbev\u00f6lkerung als sehr wahrscheinlich annehmen, h\u00e4tten die Briten nicht eingegriffen.<\/p>\n<p>Nach neuesten Sch\u00e4tzungen betr\u00e4gt die Gesamtzahl der Opfer der &#8220;blutr\u00fcnstigen kommunistischen Machthaber&#8221; (Janez Jansa)\u00a0 in Slowenien 300.000. 493 Massengr\u00e4ber waren bis Anfang M\u00e4rz 2009 erfasst. Von weiteren 160 wei\u00df man. (Alfred Elste, &#8220;Kleine Zeitung&#8221; 7. M\u00e4rz 2009). Die T\u00e4ter sind bis heute nicht zur Verantwortung gezogen worden, was nach der Aufsehen erregenden \u00d6ffnung eines Massengrabes im slowenischen Lasko im M\u00e4rz 2009 auch Sloweniens General-Staatsanw\u00e4ltin Barbara Brezigar scharf kritisierte.<\/p>\n<p>Bis 1949 hielt Tito-Jugoslawien seine Gebietsforderungen gegen\u00fcber K\u00e4rnten aufrecht. In vielen Veranstaltungen auf \u00f6sterreichischem K\u00e4rntner Boden wurde der Anschluss &#8220;Slowenisch-K\u00e4rntens&#8221; an Jugoslawien gefordert, obwohl der Anteil der slowenischen Bev\u00f6lkerung an der Gesamtbev\u00f6lkerung dieses Gebietes auch damals nur etwa 10 Prozent (in ganz K\u00e4rnten unter 5 Prozent) betragen hatte. Der Kampf der Partisanen gegen den Nationalsozialismus war somit auf K\u00e4rntner Boden nicht f\u00fcr ein freies und demokratisches \u00d6sterreich, sondern f\u00fcr den Anschluss halb K\u00e4rntens an Jugoslawien gef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Erst auf der Pariser Konferenz im Juni 1949 haben die vier Gro\u00dfm\u00e4chte gegen die jugoslawischen Gebietsanspr\u00fcche entschieden und beschlossen, dass die Grenzen \u00d6sterreichs, wie sie am 1. J\u00e4nner 1938 bestanden hatten, zu belassen seien.<\/p>\n<p>Im Staatsvertrag 1955, der unserem Vaterland Freiheit und Souver\u00e4nit\u00e4t brachte, wurden f\u00fcr die slowenische und die kroatische Minderheit in \u00d6sterreich gro\u00dfz\u00fcgige Volksgruppenrechte verankert, die seither mit zahlreichen Ausf\u00fchrungsbestimmungen konkret gesichert sind.<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\nKatalog K\u00e4rntner Landesarchiv zur Ausstellung: \u201eDie Partisanen in K\u00e4rnten\u201c, Klagenfurt 2003<br \/>\nJosef Rausch, Milit\u00e4rhistorische Schriftenreihe Heft 39\/40 Wien 1979, \u201eDer Partisanenkampf in K\u00e4rnten im Zweiten Weltkrieg\u201c.<br \/>\nAlfred Elste, Michael Koschat, Paul Strohmaier &#8220;Opfer, T\u00e4ter, Denunzianten&#8221;, Hermagoras-Verlag, Klagenfurt 2007.<\/p>\n<h3>K\u00e4rntner Heimatdienst \u2013 Aus der Vereinsgeschichte<\/h3>\n<p>Am 24. J\u00e4nner 1957 fand in Klagenfurt die Gr\u00fcndungsversammlung des heutigen K\u00e4rntner Heimatdienstes (KHD) statt. Mit dieser Vereinsbezeichnung sollte ein direkter Bezug zum \u201ehistorischen\u201c K\u00e4rntner Heimatdienst (K.H.D) hergestellt werden, der \u2013 am 10. M\u00e4rz 1920 aus der \u201eLandesagitationsleitung\u201c als \u00f6ffentlich-rechtliche K\u00f6rperschaft geschaffen \u2013 nach dem opferreichen Abwehrkampf den geistigen Kampf um die Erhaltung der K\u00e4rntner Landeseinheit im Verbund mit \u00d6sterreich f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Mit Erfolg, denn allein seiner von Tausenden ehrenamtlichen Aktivisten unterst\u00fctzten Propagandaarbeit war es zu danken, dass sich bei der Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 eine Mehrheit von fast 60% f\u00fcr den Verbleib S\u00fcdk\u00e4rntens bei \u00d6sterreich ausgesprochen hatte.Ehemalige Abwehrk\u00e4mpfer waren f\u00fchrend im K.H.D. t\u00e4tig.<br \/>\nDie K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpfe wurden durch die Volksabstimmung gekr\u00f6nt. Fritz Schretter, Landesobmann des 1955 gegr\u00fcndeten K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpferbundes w\u00fcrdigt dies im 2003 erschienen Buch \u201eDie Slowenen in K\u00e4rnten\u201c:\u201eDie Arbeit des K\u00e4rntner Heimatdienstes war wesentlich f\u00fcr den Sieg \u00d6sterreichs bei der Volksabstimmung.\u201cDer 1957 neu gegr\u00fcndete Verein \u201eK\u00e4rntner Heimatdienst\u201c war ein Dachverband\u00a0 mit den Vereinen\u00a0 K\u00e4rntner Schulverein S\u00fcdmark, K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpferbund und K\u00e4rntner Landsmannschaft.<\/p>\n<p>In der Gr\u00fcndungsversammlung wurde Dr. Walter Lakomy zum Obmann gew\u00e4hlt.In Schreiben an bekannte K\u00e4rntner Pers\u00f6nlichkeiten wurde darauf hingewiesen, dass der neue Verband \u201e\u00e4hnlich dem seinerzeitigen K\u00e4rntner Heimatdienst auf breiter Grundlage die Interessen unserer Heimat vertreten will.\u201c Die \u00f6sterreichpatriotische Zielsetzung kommt auch in den Satzungen des neuen Dachverbandes zum Ausdruck:\u201eZweck des Vereines ist die St\u00e4rkung der heimattreuen Kr\u00e4fte, besonders im gemischtsprachigen Gebiet.\u201cDiese Zielsetzung wurde durch eine sp\u00e4tere Satzungs\u00e4nderung noch pr\u00e4zisiert:\u201eDer K\u00e4rntner Heimatdienst &#8230; ist parteipolitisch ungebunden und gemeinn\u00fctzig&#8230;. Zweck des K\u00e4rntner Heimatdienstes ist die St\u00e4rkung der Liebe und Treue zur Heimat K\u00e4rnten und zum Vaterland \u00d6sterreich \u2026 .\u201cJahrzehnte hindurch fungierte der K\u00e4rntner Heimatdienst als \u201eDachverband heimattreuer K\u00f6rperschaften\u201c .<\/p>\n<p>Dennoch war der KHD nicht als \u201e\u00dcberbau\u201c oder als Sprachrohr aller heimattreuen Kr\u00e4fte in K\u00e4rnten einzustufen. Die Mitgliedsvereine, u.a.: K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpferbund, K\u00e4rntner Landsmannschaft, Schulverein S\u00fcdmark, Freiheitlicher Akademikerverband, Turngau K\u00e4rnten, K\u00e4rntner Jugendbund sowie einige studentische Organisationen und Kleingruppierungen, blieben v\u00f6llig selbst\u00e4ndig, waren als Organisationen zu keiner Zeit an irgendwelche Beschl\u00fcsse der KHD-F\u00fchrungs- bzw. Vertretungsgremien gebunden, und unterlagen somit auch nie einer wie immer gearteten Einflussnahme des KHD auf deren Vereinsarbeit. Die Bezeichnung \u201eDachverband\u201c k\u00f6nnte somit &#8211; sieht man von dem satzungsgem\u00e4\u00df verankerten Recht der Mitgliedsvereine, stimmberechtigte Delegierte in die KHD-Hauptversammlung zu entsenden ab &#8211; am zutreffendsten als eine lose, fallweise gebildete heimattreue Zweckgemeinschaft zur Durchsetzung bestimmter K\u00e4rntner Anliegen von gemeinsamen Interesse charakterisiert werden.<\/p>\n<p>Seit den siebziger Jahren unternahm der KHD keinerlei Anstrengungen mehr, Vereine oder andere juristische Personen als Mitglieder zu gewinnen. Die Bildung von losen und flexiblen Zweckb\u00fcndnissen zur Bew\u00e4ltigung gr\u00f6\u00dferer im gemeinsamen Interesse liegender Aufgaben hatte sich als wirkungsvollere Form der Zusammenarbeit erwiesen als ein enger Zusammenschluss zu einem Dachverband. Unter diesen Aspekten konzentrierte sich der KHD in den Folgejahren voll und ganz auf die Werbung von Einzelmitgliedern und F\u00f6rderern, die er \u00fcber seine Zeitungen Der K\u00e4rntner (adressierte Auflage Anfang 2009: 35.000) und der Mitte der neunziger Jahre zus\u00e4tzlich geschaffenen Zeitung KHD-Intern (Auflage: 10.000) erfolgreich gestalten konnte. Auf diese Weise konnten schlie\u00dflich im Laufe der Zeit rund 20.000 Mitglieder und F\u00f6rderer gewonnen werden. Darunter auch einige Tausend aus den anderen Bundesl\u00e4ndern, zumal sich seit etwa 1990 der KHD-Aufgabenbereich sukzessive auf gesamt\u00f6sterreichische Themen erweitert hatte.<\/p>\n<p>Dennoch z\u00e4hlte die K\u00e4rntner Grenzlandarbeit auch nach 1990 zu den Hauptaufgaben des KHD, wobei jedoch damals neben einer oft heftigen Kritik an radikalen Aussagen slowenischer Vereinsfunktion\u00e4re und neben den, den slowenischen Vorstellungen kontr\u00e4r zuwiderlaufenden Ansichten im Minderheitenschulbereich, im Bereich der Amtssprache oder auch der Kirchensprache, dem Bekenntnis zu einem friedlichen Miteinander ein immer gr\u00f6\u00dferer Stellenwert einger\u00e4umt wurde. Das damit verbundene Dialogangebot blieb bei den Slowenenverb\u00e4nden jedoch lange Zeit ohne Resonanz. Dessen ungeachtet unternahm die KHD-Jahreshauptversammlung am 20. April 1991 einen weiteren Vorsto\u00df und beschloss \u2013 auch mit den Stimmen der Delegierten des K\u00e4rntner Abwehrk\u00e4mpferbundes &#8211; einstimmig ein \u201e10-Punkte-Programm\u201c, das im Punkt 10 unter dem Titel \u201eDer Weg zum friedlichen Miteinander: KHD f\u00fcr Dialog mit den Slowenen\u201c keinen Zweifel an der ehrlichen Gespr\u00e4chsbereitschaft offen lassen konnte:<\/p>\n<p>\u201eUnterschiedliche Gruppeninteressen und daraus resultierende Interessenskollisionen d\u00fcrfen kein Hindernis f\u00fcr Gespr\u00e4che miteinander sein. Bisherige Gespr\u00e4chsangebote des K\u00e4rntner Heimatdienstes an die Slowenenverb\u00e4nde in den vergangenen Jahren wurden von diesen negiert. Die nach dem Zusammenbruch des Kommunismus beseitigten ideologischen Grenzen erm\u00f6glichen eine beschleunigte Entwicklung zu einem geeinten Europa. Dies erfordert, im besonderen von benachbarten V\u00f6lkern und Volksgruppen, n\u00e4herzur\u00fccken und Wege f\u00fcr eine dauerhafte Verst\u00e4ndigung bei strikter Wahrung der jeweiligen kulturellen Eigenart zu suchen. Das Ziel sollte ein Europa der Vielfalt unter Beibehaltung der historisch gewachsenen Kulturr\u00e4ume, und nicht ein multikultureller V\u00f6lkerbrei sein. Auf dieser Basis wiederholt der KHD sein Gespr\u00e4chsangebot an die Slowenen auch \u00fcber die Grenzen hinweg. Der Dialog, das Gespr\u00e4ch miteinander, ist zwingend der erste Schritt zueinander. Der zweite Schritt w\u00e4re sodann die gemeinsam zu bekundende Bereitschaft, Ressentiments und gegenseitiges Misstrauen abzubauen. Dazu bedarf es allerdings auch der von den Slowenen zu bekundenden Bereitschaft, Gruppeninteressen der Deutschk\u00e4rntner zu respektieren. Weder Deutschk\u00e4rntner noch Slowenen sollen f\u00fcr sich Privilegien anstreben oder die eigene Gruppe zu Lasten der anderen zu vergr\u00f6\u00dfern trachten. Aus Interessenskollisionen entstandene unterschiedliche Auffassungen sollen nicht zur Konfrontation f\u00fchren, sondern im gemeinsamen Gespr\u00e4ch zu bereinigen versucht werden, wobei grunds\u00e4tzlich beiderseits Kompromissbereitschaft zu signalisieren ist. Das k\u00f6nnte der Weg zu einem dauerhaften friedlichen Miteinander in K\u00e4rnten sein.<\/p>\n<p>Es dauerte aber dann noch bis zum Jahr 1997, bis die beiden Slowenenverb\u00e4nde endg\u00fcltig ihren Widerstand gegen einen Dialog mit dem KHD aufgaben und ihre Teilnahme an einem nunmehr von Landeshauptmann Christof Zernatto initiierten Runden Tisch zusagten. Unter dem Vorsitz des Landeshauptmannes fanden sich erstmals Vertreter der K\u00e4rntner Heimatverb\u00e4nde mit Vertretern der Slowenenverb\u00e4nde und weiteren namhaften Pers\u00f6nlichkeiten des Landes K\u00e4rnten zu ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4chen zusammen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Gespr\u00e4che wurde in einer \u201ePrinzipienerkl\u00e4rung\u201c mit folgendem Inhalt zusammengefasst:<\/p>\n<p><em>\u201eK\u00e4rntner Pers\u00f6nlichkeiten mit v\u00f6llig unterschiedlicher ideologischer Ausrichtung und Aufgabensteilung haben sich im Laufe des Jahres 1997 \u00fcber sprachliche und ethnische Barrieren hinweg, ohne Vorbedingungen an einen Tisch \u00fcber belastende Fragen der K\u00e4rntner Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammengesetzt. Dies wird als Erfolg der Bem\u00fchungen um Toleranz und zur gegenseitigen Achtung der K\u00e4rntner beider Sprachen gewertet. Ermutigt durch die ersten beiden Gespr\u00e4chsrunden sehen die Unterzeichneten den &#8220;Runden Tisch&#8221; als Basis f\u00fcr weitere Gespr\u00e4che und f\u00fcr vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen an. Ausgangsbasis daf\u00fcr wird die gemeinsame Betrachtung der Entwicklung des Landes im 20. Jahrhundert sein. Sie lehrt uns, dass tolerantes Aufeinanderzugehen \u00fcber Generationen und politische Lager hinweg dem Ziel dient, gemeinsam f\u00fcr eine gute Zukunft zu wirken, zu deren Gestaltung alle, die daran mitwirken wollen, eingeladen sind. Es soll ein Heimatbegriff entwickelt werden, der Klischeevorstellungen beseitigt, die Gemeinsamkeit als politische Leitlinie propagiert und ein K\u00e4rnten-Bild auf der Grundlage der vielf\u00e4ltigen historischen Entwicklung schafft. Die Zweisprachigkeit in Teilen K\u00e4rntens wird als gegeben und f\u00f6rderungsw\u00fcrdig angesehen. Es werden daher Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung und zur Entwicklung der slowenischen Volksgruppe bef\u00fcrwortet. Der &#8220;Runde Tisch&#8221; tritt f\u00fcr eine nachhaltige Vers\u00f6hnungsaktion ein, in der beide Volksgruppen der jeweils anderen Seite mehrfach zugef\u00fcgtes Unrecht einbekennen und bedauern. Dazu ist eine ehrliche Aufarbeitung der Wunden der Vergangenheit notwendig. Der &#8220;Runde Tisch&#8221; strebt daher eine auf m\u00f6glichst breiter Basis und unter Einbindung der relevanten Institutionen und Wissenschafter gr\u00fcndende Forschungsinitiative, aufbauend auf schon geleisteten Arbeiten zur Geschichte K\u00e4rntens im 20. Jahrhundert an. Nur eine von allen betroffenen Gruppen gelebte Toleranz sowie Offenheit in Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft k\u00f6nnen helfen, das Image K\u00e4rntens nach au\u00dfen und das Klima im Inneren zu verbessern\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung von historischer Bedeutung, die zur Hoffnung berechtigte, dass es im 21. Jahrhundert m\u00f6glich sein werde, die f\u00fcr beide Seiten belastende Geschichte des 20. Jahrhunderts gemeinsam aufzuarbeiten und damit eine Basis f\u00fcr ein dauerhaftes und gleichberechtigtes friedliches Miteinander in K\u00e4rnten zu schaffen. Aber erst acht Jahre sp\u00e4ter kam es zum entscheidenden Durchbruch:<\/p>\n<p>Nach Jahrzehnten der Konfrontation zwischen Vertretungsorganisationen der Deutschk\u00e4rntner und Slowenischk\u00e4rntner wurde 2005 mit einem zwischen dem K\u00e4rntner Heimatdienst, dem Zentralverband slowenischer Organisationen und der Gemeinschaft der K\u00e4rntner Slowenen und Sloweninnen im Vorfeld der Politik erzielten Kompromiss in der Ortstafelfrage eine neue \u00c4ra des Zusammenlebens eingeleitet. Wichtiger als der Kompromiss in der auch noch zu Beginn des Jahres 2009 noch immer nicht gel\u00f6sten Ortstafelfrage, ist n\u00e4mlich die Einigung der deutsch-slowenischen Dialoggruppe, gemeinsam um die Schaffung eines Klimas des gegenseitigen Vertrauens bem\u00fcht zu sein. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einem dauerhaften friedlichen Miteinander getan.<\/p>\n<p>Quellen:<br \/>\nJosef Feldner, Grenzland K\u00e4rnten, Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1982<br \/>\nStefan Karner, Andreas Moritsch (Herausgeber) K\u00e4rnten und die nationale Frage, Verlage Hermagoras und Heyn beide Klagenfurt 2005, Beitrag Band 1, Josef Feldner \u201eSt\u00e4rkung der heimattreuen Kr\u00e4fte; Der K\u00e4rntner Heimatdienst nach dem Zweiten Weltkrieg\u201c.<br \/>\nJosef Feldner\/Marjan Sturm, K\u00e4rnten neu denken &#8211; Zwei Kontrahenten im Dialog, Verlage Drava und Heyn 2007<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grenzland K\u00e4rnten &#8211; Ein kurzer geschichtlicher \u00dcberblick &nbsp; Das \u00f6sterreichische Bundesland K\u00e4rnten liegt im Herzen Europas an der Schnittstelle der drei gro\u00dfen europ\u00e4ischen V\u00f6lkerfamilien, der Germanen, der Slawen und der Romanen. Diese europaweit einmalige Situation hat das Land auch ganz besonders gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend das romanische Element in K\u00e4rnten nur wenig Spuren hinterlassen hat, f\u00fchrte das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_themeisle_gutenberg_block_has_review":false},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/277"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=277"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":279,"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/277\/revisions\/279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}