{"id":1104,"date":"2023-02-23T13:13:20","date_gmt":"2023-02-23T12:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.khd.at\/?p=1104"},"modified":"2023-02-23T13:13:20","modified_gmt":"2023-02-23T12:13:20","slug":"gruene-es-gibt-kein-neutrales-gedenken-fuer-alle-opfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/gruene-es-gibt-kein-neutrales-gedenken-fuer-alle-opfer\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcne: &#8220;Es gibt kein neutrales Gedenken f\u00fcr alle Opfer&#8221;"},"content":{"rendered":"<h1>Die Gr\u00fcnen antworten auf dei Fragen des K\u00e4rntner Heimatdienst<\/h1>\n<p><em>Welche Ma\u00dfnahmen sind f\u00fcr ihre Partei in der n\u00e4chsten Legislaturperiode des K\u00e4rntner Landtags am vordringlichsten, um das Wohl des Landes und seiner B\u00fcrger sicher zu stellen?<br \/>\n<\/em><em>Im Bereich des Schutzes der Naturlandschaft, der Umwelt und des Klimas?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Wir werden dem Naturschutz jedenfalls einen h\u00f6heren Stellenwert einr\u00e4umen und die finanziellen Mittel daf\u00fcr erh\u00f6hen. Die Raumordnung und der naturschutzrechtliche Rahmen m\u00fcssen weitere Verbauungen von naturnahen Lebensr\u00e4umen, beispielsweise von Uferzonen, ausschlie\u00dfen, um die Natur und das Kulturerbe in den Regionen zu erhalten. Konkrete Instrumente daf\u00fcr sind beispielsweise die St\u00e4rkung der Umweltanwaltschaft, die Weiterentwicklung des Naturschutzbeirats zu einer vollwertigen Landesumweltanwaltschaft, die konsequente Umsetzung der \u00f6sterreichischen Biodiversit\u00e4tsstrategie und die Aufstockung des Biodiversit\u00e4tsfonds. So schaffen wir es, neben unserer sch\u00f6nen Naturlandschaft auch Artenvielfalt, naturnahe Flie\u00dfgew\u00e4sser und wertvollen Baumbestand zu erhalten.<br \/>\nBeim Klimaschutz ist es enorm wichtig, jetzt zu handeln und schnell in die G\u00e4nge zu kommen. Mit welcher Wucht die Klimakrise zuschl\u00e4gt, erleben wir in K\u00e4rnten unmittelbar: Starkregen, Murenabg\u00e4nge und \u00dcberschwemmungen, rasant abschmelzende Gletscher, verheerende St\u00fcrme, Hagelereignisse und verdorrte Felder, D\u00fcrren, Waldbr\u00e4nde, Borkenk\u00e4fer und neue Krankheiten bedrohen unsere Lebensgrundlagen. All das zeigt uns, dass wir keine Zeit mehr zu verlieren haben. Unser Ziel ist klar: Wir wollen K\u00e4rnten durch ambitionierte, vorausschauende Politik von der Mobilit\u00e4t \u00fcber die Wirtschaft hin zur Energiewende zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz und bis 2040 klimaneutral machen. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir in die Forschung, in Klimawandelanpassungsma\u00dfnahmen, in die Bildung uvm. investieren.<\/p>\n<p><em>Im Bereich der sozialen Gerechtigkeit und der Erhaltung des Wohlstands?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Klimaschutz ist auch eine zutiefst soziale Frage: Je entschiedener und rascher wir handeln, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Chance, dass wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen k\u00f6nnen! Es ist vollkommen klar, dass der Weg zur Klimaneutralit\u00e4t mit Ver\u00e4nderungen verbunden ist. Aber auf diesem Weg bieten sich auch viele Chancen \u2013 f\u00fcr mehr Lebensqualit\u00e4t, mehr soziale Gerechtigkeit und einen klimagerechten Wohlstand f\u00fcr alle Menschen. Deshalb treten wir f\u00fcr ein mutiges und zukunftsorientiertes K\u00e4rnten ein, das eine ambitionierte Klimaschutzpolitik betreibt, Innovationskraft f\u00f6rdert und den Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft vorantreibt. Denn so schaffen wir die besten Voraussetzungen, um bestehende Arbeitspl\u00e4tze nicht nur zu erhalten, sondern auch viele neue zu schaffen. Setzen wir entsprechende Investitionsimpulse, sichern wir den Wohlstand unserer Gesellschaft nachhaltig.<\/p>\n<p><em>Im Bereich der Erhaltung und St\u00e4rkung des Wirtschaftsstandortes?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Die Wirtschaft ist durch die Knappheit bei \u00d6l und Gas und die Probleme in den Lieferketten stark herausgefordert. Jetzt ist es Zeit f\u00fcr einen Neustart, f\u00fcr Investitionen in gr\u00fcne Zukunftstechnologien, die uns aus der Abh\u00e4ngigkeit der fossilen Energien herausf\u00fchren. Es steht au\u00dfer Frage, dass Innovation essenziell f\u00fcr den Wirtschaftsstandort K\u00e4rnten ist. Gerade vor dem Hintergrund der Klimakrise kann das aber nur auf einer nachhaltigen Basis passieren. Daf\u00fcr braucht es ein richtiges Standortkonzept f\u00fcr K\u00e4rnten, das speziell regionale Wirtschaftskreisl\u00e4ufe st\u00e4rkt. Au\u00dferdem ist Wirtschaft in K\u00e4rnten mehr als Tourismus. Wirtschaft in K\u00e4rnten kann Innovation, Start-Ups, Wissenschaft und auch internationale Kontakte unter einen Hut bringen. So wird K\u00e4rnten unabh\u00e4ngiger von globalen Lieferketten und damit widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber internationalen Krisen. K\u00e4rnten verf\u00fcgt \u00fcber vielf\u00e4ltige Potenziale, die es blo\u00df zu nutzen gilt.<\/p>\n<p><em>Im Bereich von Bildung und Arbeitsplatzsicherung?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Wenn es um Bildung und Arbeitsplatzsicherung geht, m\u00fcssen wir auch an unsere Hochschulen denken. Sowohl das Land K\u00e4rnten als auch die Stadt Klagenfurt sind gefordert, den Studierenden, Lehrenden und auch den nachgelagerten Forschungs- und Wirtschaftsstandort mit einer zukunftsgerichteten Hochschulstrategie Anreize zu schaffen, die K\u00e4rnten in die erste Liga der europ\u00e4ischen Unis bef\u00f6rdert. Klagenfurt als Zukunftsstandort f\u00fcr Studierende in \u00d6sterreich und im Ausland zu positionieren, muss das Ziel sein. Gemeinsam mit unserer Universit\u00e4t und der Fachhochschule k\u00f6nnen wir K\u00e4rnten zur treibenden Kraft und zum Innovationsmotor am Weg zu einer klimafitten Wirtschaft und Gesellschaft machen. Eine ambitionierte Klimaschutzpolitik und der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft bieten beste Chancen, um bestehende Arbeitspl\u00e4tze zu erhalten sowie gute, fair bezahlte Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen zu schaffen. Sie entstehen im Handwerk und der Bauwirtschaft, in neuen Industriebereichen und der Kreislaufwirtschaft sowie in neuen Dienstleistungsfeldern. Mit einer Bildungs- und Qualifizierungsoffensive in Form von Arbeitsstiftungen, innovativen Lehrlingsausbildungen und Hochschullehrg\u00e4ngen machen wir Besch\u00e4ftigte fit f\u00fcr die Industrie der Zukunft, die Energiewende sowie die Digitalisierung.<\/p>\n<p><em>Welche Haltung nimmt Ihre Partei gegen\u00fcber den K\u00e4rntner Heimat- und Traditionsverb\u00e4nden ein, die sich der Pflege des Landespatriotismus und der Traditionen von Abwehrkampf und Volksabstimmung verpflichtet f\u00fchlen?<\/em> <strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Der K\u00e4rntner Heimatdienst hat bisher jegliche Abgrenzung zum Nationalsozialismus vermissen lassen. Bei Veranstaltungen in der Vergangenheit sind ehemalige SS-Mitglieder und neonazistische Gruppierungen aufmarschiert und der K\u00e4rntner Heimatdienst bedient weiterhin Mythen wie die Selbstbefreiung K\u00e4rntens nach dem 2. Weltkrieg. Das kommt f\u00fcr uns einer revisionistischen Geschichtsschreibung gleich.<\/p>\n<p><em>Wie beurteilen Sie das gemeinsame Gedenken f\u00fcr alle Opfer von Krieg, Diktatur und Gewalt auf K\u00e4rntner Boden?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Es gibt kein neutrales Gedenken f\u00fcr alle Opfer. Uns als Gr\u00fcne war es wichtig, das allj\u00e4hrliche Ustascha-Treffen in Bleiburg zu verbieten, um genau dieser revisionistischen Geschichtsschreibung entgegenzutreten.<\/p>\n<p><em>Wie stehen Sie zur Verst\u00e4ndigungs- und Vers\u00f6hnungsarbeit der Heimatverb\u00e4nde in Bezug auf die K\u00e4rntner Minderheiten-Frage und Volksgruppen-Politik?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Es ist nahezu eine Verh\u00f6hnung der Geschichte K\u00e4rntens, wenn der KHD von Vers\u00f6hnungsarbeit spricht. Gerade der Ortstafelsturm vor 50 Jahren, organisiert durch die K\u00e4rntner Traditionsverb\u00e4nde, hat gezeigt, wie die Traditionsverb\u00e4nde mit der slowenischen Volksgruppe und ihren Rechten umgehen. Heute versucht man in einer anderen Diktion die slowenische Volksgruppe zu umarmen, \u00e4u\u00dfert sich aber genauso xenophob gegen\u00fcber anderen migrantischen und religi\u00f6sen Gruppen. W\u00fcrde man Vers\u00f6hnungsarbeit ernst nehmen, m\u00fcsste man sich fragen, ob Traditionsverb\u00e4nde, die das Deutschk\u00e4rntnertum hochleben lassen, den gesellschaftlichen Anforderungen der Zeit \u00fcberhaupt noch entsprechen.<\/p>\n<p><em>Welche Ma\u00dfnahmen wollen Sie zur Erhaltung der historisch gewachsenen K\u00e4rntner Identit\u00e4t setzen, deren unverzichtbarer Teil auch die slowenische Sprache und Kultur ist?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Wichtige Ma\u00dfnahme daf\u00fcr sind die Gleichstellung der slowenischen Sprache im zweisprachigen Gebiet in der K\u00e4rntner Landesverfassung und die Erf\u00fcllung aller verbrieften verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Minderheitenrechte.<\/p>\n<p><em>Welche Ma\u00dfnahmen wollen Sie k\u00fcnftig zur Erhaltung und St\u00e4rkung der Friedensregion Alpen Adria setzen?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Sich f\u00fcr Friedenssicherung einzusetzen bedeutet Dialog auf Augenh\u00f6he und Zusammenarbeit, um die Potenziale der Regionen auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><em>Welche Projekte w\u00fcrden Sie im Sinne von \u201esenza confini\u201c in den kommenden Jahren initiieren?<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Wir m\u00fcssen die Nachbarschaft leben, Synergien nutzen und die einzelnen Potenziale vor den Vorhang holen.<\/p>\n<p><em>Welche M\u00f6glichkeiten sehen Sie zur Abschaltung von Krkso?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Krsko ist das einzige Atomkraftwerk in Europa, das inmitten einer Erdbebenzone liegt. Dennoch scheint es keine strengen Auflagen in Sachen Erdbebensicherheit zu geben. Die Verl\u00e4ngerung ist ein falsches Signal. Jetzt auf Atomenergie zu setzen, entspricht in keinster Weise einer nachhaltigen Energiepolitik. Wir werden uns jedenfalls weiterhin f\u00fcr die fr\u00fchere Abschaltung des Kraftwerks einsetzen. \u00d6sterreich hat diesbez\u00fcglich auch eine Klage eingebracht und sich klar positioniert. In Zukunft kann es nur auf die Abschaltung des Kraftwerkes hinauslaufen.<\/p>\n<p><em>Wie stehen Sie zum Dialog einstiger Gegner der politischen und kriegerischer Konflikte des 20. Jahrhunderts?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Um einen Dialog zu erm\u00f6glichen, sind zuerst Kriegsverbrechen aufzukl\u00e4ren. Es braucht ein klares T\u00e4terbekenntnis. Ein Dialog zur Verharmlosung von Kriegsverbrachen sichert keinen Frieden.<\/p>\n<p><em>Welche M\u00f6glichkeiten sehen Sie f\u00fcr die alt\u00f6sterreichische Rest-Volksgruppe deutscher Muttersprache in Slowenien Volksgruppenrechte zu erlangen?<br \/>\n<\/em><strong>Gr\u00fcne:<\/strong> Minderheitenrechte m\u00fcssen schlicht und einfach erf\u00fcllt werden \u2013 in und au\u00dferhalb \u00d6sterreichs. Und daf\u00fcr setze ich mich als Volksgruppensprecherin der Gr\u00fcnen im Nationalrat konsequent ein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gr\u00fcnen antworten auf dei Fragen des K\u00e4rntner Heimatdienst Welche Ma\u00dfnahmen sind f\u00fcr ihre Partei in der n\u00e4chsten Legislaturperiode des K\u00e4rntner Landtags am vordringlichsten, um das Wohl des Landes und seiner B\u00fcrger sicher zu stellen? Im Bereich des Schutzes der Naturlandschaft, der Umwelt und des Klimas? 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