{"id":704,"date":"2020-11-11T10:27:45","date_gmt":"2020-11-11T09:27:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.khd.at\/?p=704"},"modified":"2020-11-11T10:27:45","modified_gmt":"2020-11-11T09:27:45","slug":"manifest-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.khd.at\/index.php\/manifest-2020\/","title":{"rendered":"Manifest 2020"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\">K\u00e4rntner Heimatdienst<\/h3>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Manifest 2020<\/h2>\n<h3 style=\"text-align: center;\">100 Jahr-Jubil\u00e4um der K\u00e4rntner Volksabstimmung. R\u00fcckschau mit Blick in die Zukunft<\/h3>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Pr\u00e4ambel<\/h3>\n<ul>\n<li>Nach einem leidvollen Jahrhundert und Jahrzehntelangem Volksgruppenstreit,<\/li>\n<li>dem mit Slowenenorganisationen im Mai 2005 erzielten Ortstafelkompromiss,<\/li>\n<li>der am 10. Oktober 2006 in einer Feierlichen Erkl\u00e4rung der K\u00e4rntner Konsensgruppe bekundeten Verpflichtung, hink\u00fcnftig an einem Klima des gegenseitigen Vertrauens zu arbeiten,<\/li>\n<li>und dem in den Folgejahren erfolgreich auch grenz\u00fcberschreitend begangenen Weg der Verst\u00e4ndigung und Vers\u00f6hnung,<\/li>\n<li>wurden mit dem gemeinsamen Gedenken der ehemaligen milit\u00e4rischen Gegner an die Opfer auf beiden Seiten zum 100-Jahr-Jubil\u00e4um der K\u00e4rntner Volksabstimmung wichtige Voraussetzungen f\u00fcr einen dauerhaften Frieden in einer lange Zeit von heftigen Konflikten gesch\u00fcttelten Region geschaffen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die Voraussetzungen f\u00fcr eine nachhaltige Vers\u00f6hnung zur Friedenssicherung<\/h3>\n<p>Zur Vers\u00f6hnung ehemaliger Gegner ist das Wollen auf beiden Seiten unabdingbar. Nachhaltige Vers\u00f6hnung zur Friedenssicherung<\/p>\n<ul>\n<li>kann aber nur in einem Dialog auf Augenh\u00f6he,<\/li>\n<li>ohne Vorbedingungen,<\/li>\n<li>mit der Bereitschaft, sich auch in die Position des Anderen hineinzudenken<\/li>\n<li>und mit dem Mut auch zur Selbstkritik erreicht werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Das erst macht es m\u00f6glich,<\/h3>\n<ul>\n<li>die wechselvolle und opferreiche, von Streit, Misstrauen und gegenseitigen Aversionen belastete Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten, mit Abkehr von einer ausschlie\u00dflich subjektiven Geschichtsbetrachtung.<\/li>\n<li>Dazu bedarf es der Absage an Schwarz-Wei\u00df-Denken, verbunden mit der Bereitschaft, \u00fcber Nachdenken und Hineindenken zum Umdenken zu gelangen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Heimatdienst und Konsensgruppe haben Umdenken aber auch umgesetzt<\/h3>\n<p>Diese Grundprinzipien hat der K\u00e4rntner Heimatdienst in und au\u00dferhalb der K\u00e4rntner Konsensgruppe in vielen Bereichen \u2013 mit gemeinsamen Informations- und Kulturveranstaltungen und vor allem mit gemeinsamem Opfergedenken &#8211; auch umgesetzt, und damit einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung eines Klimas des gegenseitigen Vertrauens geleistet.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Traditionsbewusstsein und allseitige Vers\u00f6hnungsbereitschaft sind kein Widerspruch<\/h3>\n<p>Das hat der K\u00e4rntner Heimatdienst beim 100-Jahr-Jubil\u00e4um der 2006 in einer Feierlichen Erkl\u00e4rung zum \u201eTag der gemeinsamen Heimat K\u00e4rnten\u201c erkl\u00e4rten K\u00e4rntner Volksabstimmung bewiesen,<\/p>\n<ul>\n<li>einerseits mit dankbarer Erinnerung an Abwehrkampf und nachfolgendem Bekenntnis von deutsch- und slowenischsprachigen K\u00e4rntnerinnen und K\u00e4rntnern f\u00fcr ein ungeteiltes K\u00e4rnten bei \u00d6sterreich, verbunden mit der \u00f6ffentlichen W\u00fcrdigung der 1918\/20 besonders verdienstvollen Pers\u00f6nlichkeiten wie Hans Steinacher, ohne dabei jedoch auf zeitlich differenzierte Kritik zu verzichten,<\/li>\n<li>und andererseits mit Verzicht auf Verurteilung jener, die 1920 von ihrem demokratischen Recht Gebrauch gemacht und f\u00fcr Jugoslawien gestimmt haben.<br \/>\nDamit stellt der K\u00e4rntner Heimatdienst klar, dass Verst\u00e4ndigungs- und Vers\u00f6hnungsarbeit mit Respekt vor Kultur und Lebensweise anderer V\u00f6lker nicht in Widerspruch zu nationalem und kulturellem Selbstbewusstsein stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Es gibt noch viel zu tun.<br \/>\nDenn noch machen viele am Bem\u00fchen um nachhaltige Vers\u00f6hnung und Friedenssicherung nicht mit, oder sprechen sich ausdr\u00fccklich dagegen aus<\/h3>\n<p>Seit 2005 gehen ehemalige Streitparteien im Jahrzehntelangen Volksgruppenkonflikt, wie der K\u00e4rntner Heimatdienst, der Zentralverband slowenischer Organisationen und die Gemeinschaft der K\u00e4rntner Slowenen und Sloweninnen in der K\u00e4rntner Konsensgruppe gemeinsam den Weg der Verst\u00e4ndigung und Vers\u00f6hnung.<br \/>\nNicht diesen Weg gehen unvers\u00f6hnliche Kreise in den Reihen der K\u00e4rntner Slowenen, aber auch in vereinzelten Bereichen der K\u00e4rntner Heimatverb\u00e4nde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Das ist in einer Demokratie zu respektieren.<br \/>\nDer Heimatdienst kann aber Eingriffe in vereinsinterne Angelegenheiten nicht widerspruchslos hinnehmen.<\/h3>\n<p>Kritik und notfalls auch verbaler Widerstand sind angebracht, wenn<\/p>\n<ul>\n<li>in manchen Deutschk\u00e4rntner Gruppierungen der Weg der Verst\u00e4ndigung und Vers\u00f6hnung des Heimatdienstes als Heimatverrat ohne Bereitschaft zu einem kl\u00e4renden Gespr\u00e4ch verurteilt wird,<\/li>\n<li>Unvers\u00f6hnliche im Einklang mit nationalen Kreisen in Slowenien dem Heimatdienst das Recht absprechen, Hans Steinacher, ohne den es heute kein ungeteiltes K\u00e4rnten bei \u00d6sterreich g\u00e4be, auf einer Gedenktafel zu w\u00fcrdigen und wenn diese<\/li>\n<li>es andererseits verschweigen, dass sich der K\u00e4rntner Heimatdienst im Interesse einer gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte einer offenen Auseinandersetzung mit Steinachers auch dunklen Seiten w\u00e4hrend der NS-Zeit gestellt und auch scharfe Kritiker in einem Sammelband zu Wort kommen lie\u00df. Und schlie\u00dflich auch, dass<\/li>\n<li>Steinacher, der keiner NS-Verbrechen bezichtigt worden war, all die Nachkriegsjahrzehnte hindurch quer durch alle Parteien als Retter der K\u00e4rntner Landeseinheit hoch geachtet war, was auch auf einer Reihe von Gedenktafeln verewigt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Die Pflicht zur Nichteinmischung in Bereichen der Traditionspflege muss, ohne Verzicht auf Kritik, f\u00fcr beide Seiten gelten<\/h3>\n<p>Wenn der K\u00e4rntner Heimatdienst gewissen Kreisen in K\u00e4rnten und Slowenien nicht das Recht abspricht, den \u201eKampf um die Nordgrenze\u201c \u2013 ohne Revisionsabsichten &#8211; zu w\u00fcrdigen und diesbez\u00fcglich auf jegliche Einmischung verzichtet, dann erwarten wir auch den uneingeschr\u00e4nkten Respekt dieser Kreise vor unserem \u00f6sterreichbewussten Abstimmungsgedenken.<br \/>\nDennoch wird uns aber unsere Kritik an Fehlverhalten und Vers\u00e4umnissen der anderen Seite nicht daran hindern, weiterhin offen auch auf alle derzeit noch Abseits stehenden Verst\u00e4ndigungsverweigerer zuzugehen und diesen den Dialog ohne Vorbedingungen anzubieten.<\/p>\n<p><strong>Mit K\u00c4RNTEN NEU DENKEN hat die deutsch-slowenische K\u00e4rntner Konsensgruppe im Zusammenwirken mit dem K\u00e4rntner Heimatdienst den Weg der Verst\u00e4ndigung begonnen, mit K\u00c4RNTEN NEU GESTALTEN soll nun die Vers\u00f6hnungsarbeit fortgesetzt und weiter ausgebaut werden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Vom KHD-Vorstand am 28. Oktober 2020 einstimmig beschlossen<br \/>\nObmann <strong>Dr. Josef Feldner<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00e4rntner Heimatdienst Manifest 2020 100 Jahr-Jubil\u00e4um der K\u00e4rntner Volksabstimmung. R\u00fcckschau mit Blick in die Zukunft Pr\u00e4ambel Nach einem leidvollen Jahrhundert und Jahrzehntelangem Volksgruppenstreit, dem mit Slowenenorganisationen im Mai 2005 erzielten Ortstafelkompromiss, der am 10. 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