Gemeinsames Gedenken an NS-Opfer und Nachkriegsopfer des Tito-Regimes

Kärntner Konsensgruppe

Gemeinsames Gedenken an NS-Opfer und an die Kärntner Nachkriegsopfer des Tito-Regimes

Schon tags zuvor legten Österreichs Botschafterin in Slowenien Sigrid Berka, der Verbandsobmann der deutschsprachigen Kulturvereine in Slowenien, Christian Lautischer und der Vorsitzende des „Klub korokih Slovencev v Mariboru” (Klub der Kärntner Slowenen in Marburg), Danijel Grafenauer, im Gedenken an die Kärntner und auch die slowenischen Nachkriegsopfer an der Kirche in Lee/Liescha (Slowenien) einen Kranz der Kärntner Konsensgruppe nieder.
An der Gedenkstätte am Friedhof in Klagenfurt-Annabichl erinnerte KHD-Obmann Josef Feldner an die Millionen Menschen, die aus rassischen, religiösen und ideologischen Gründen vom nationalsozialistischen Unrechtsregime ermordet wurden und bedauerte, dass die Menschheit aus der Einzigartigkeit dieses Grauens nichts gelernt hat, wie die bis zum heutigen Tag in Hunderten blutigen Kriegen weltweit lodernde Flamme des Hasses mit weiteren Millionen unschuldiger Opfer” beweise. Feldner abschließend:
“Wir können zwar im Großen nichts bewegen, aber wir können regional bestmöglich und dauerhaft Versöhnung als starkes Fundament zum Miteinander und Füreinander festigen, beispielgebend für alle Völker, Kulturen und Religionen weltweit.”
Marjan Sturm, Mitglied der Kärntner Konsensgruppe und Obmann a.D. des slowenischen Zentralverbandes führte u.a. aus:
“Wir gedenken heute der Opfer des nationalsozialistischen Regimes, aber auch der Opfer der Nachkriegsracheaktionen der Partisanen. Integration und Friedenssicherung erfordert„ dialogisches Erinnern”.Es ist wichtig, sich auch auf einer persönlichen Ebene mit dem Erbe des Dritten Reiches auseinanderzusetzen und zu erforschen, was die eigene Familie und somit zwangsläufig man auch selbst mit der NS-Zeit zu tun hat.”
Beim Erinnern an der Opfergedenkstätte in Lee/Liescha an die nach Kriegsende ermordeten Kärntner Zivilpersonen erwähnte Botschafterin Sigrid Berka in Dankbarkeit auch jene, „die durch das Brechen des Schweigens das Gedenken in Liescha erst möglich gemacht haben.” Das Gedenken sei jedoch „von allem Anfang an im Zeichen der Versöhnung und nicht der Revanche gestanden.” Danijel Grafenauer vom Klub der Kärntner Slowenen in Maribor/Marburg betonte dass „jedes Opfer einen Namen und einen Ort der Erinnerung verdient und dass die Aufarbeitung der Geschichte ganz wichtig für das Zusammenleben und die Gestaltung der Zukunft im Alpe Adria Raum ist.” Auch Christian Lautischer erinnerte namens der deutschsprachigen Kulturvereine in Slowenien an das schreckliche Schicksal der aus Kärnten nach Kriegsende verschleppten Zivilpersonen.
Bild:  v.l. DI Joe Habernik Konsensgruppe, Manuel Jug Obmann Zentralverband slowenischer Organisationen, Dr. Josef Feldner, EU-Abg.a.D. Andreas Mölzer, Dr. Marjan Sturm, Landtagspräsident a.D. Rudolf Schober, Julia Gruber und Ferdinand Raunegger (beide KHD -Jugend). (Bildquelle: FritzPress)